top of page

40 Jahre das Gesicht des Vereins

vor 17 Stunden
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Stunden

Er stand für Aktivität, soziale Gerechtigkeit und Verlässlichkeit

Westfälischer Anzeiger vom 09.09.2026 (Torsten Haarmann)

Werries – Die Natur hat einen wahrhaftigen Freund verloren – in mehrfachen Sinne. Karl-Heinz Wolters starb am 30. August im Alter von 77 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Vier Jahrzehnte lang führte er die Naturfreunde Werries und prägte die Ortsgruppe wie kaum ein anderer.


Als Ehrenvorsitzender hinterlässt er ein Lebenswerk, das von der Jugendarbeit und Kinderpfingstcamps mit bis zu 500 Teilnehmern über die Friedensbewegung bis zur Tschernobyl-Hilfe und mehr reicht. Er hat Generationen von Naturfreunden geprägt und gezeigt, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann.



40 Jahre und damit mehr als die Hälfte seines Lebens war Wolters Vorsitzender der Ortsgruppe. Das Leben als Naturfreund war für ihn Familiensache. Gemeinsam mit seiner Frau Sigrun engagierte er sich über Jahrzehnte dafür. Wäre die Schutzhütte „Zum Eisernen Gustav“ auf dem Vereinsgelände nicht bereits nach einem prägenden Naturfreund benannt, dürfte sie seinen Namen tragen. Der Neubau des Hauses war das letzte große Projekt, das unter seinem Vorsitz Wirklichkeit wurde.


„Karl-Heinz stand für Aktivität, soziale Gerechtigkeit und Verlässlichkeit“, sagt Udo Gonsirowski, stellvertretender Vorsitzender und langjähriger Wegbegleiter. „Er war vielleicht streitbar, aber immer verlässlich. Sein Wirken bleibt uns Vorbild und Ansporn.“


Zur Naturfreunde-Bewegung fanden Karl-Heinz und Sigrun Wolters 1972 über den Sport. Schnell übernahmen beide Verantwortung, lebten alle weiteren Facetten der Naturfreunde-Bewegung aus und vor – vom Natur- und Umweltschutz über den sanften Tourismus bis zur Kultur. Sie wurden zu prägenden Gesichtern der Ortsgruppe.

Karl-Heinz Wolters gehörte zu den Mitbegründern der Jugendgruppe, war Leiter, organisierte Freizeiten und schuf Angebote, die zahlreiche junge Menschen mit den Naturfreunden in Kontakt brachten. Er engagierte sich in der Friedensbewegung und organisierte Teilnahmen an den Ostermärschen.


Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 begann eines der Herzensprojekte der Familie Wolters. Gemeinsam mit der SPD Ostwennemar ermöglichten die Naturfreunde Kindern aus Weißrussland Erholungsaufenthalte in Hamm. Die Wolters kümmerten sich um Unterkünfte, organisierten Hilfstransporte und schenkten vielen Kindern unbeschwerte Wochen fernab ihrer von den Folgen der Katastrophe belasteten Heimat.


Die Musik begleitete Karl-Heinz Wolters ein Leben lang. In der Songgruppe der Naturfreunde spielte er Gitarre und trat bei Veranstaltungen in der Region auf.

Darüber hinaus engagierte er sich gesellschaftlich: in der Gewerkschaft, bei der AWO, im SPD-Ortsverein Ostwennemar sowie als Betriebsrat und später Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke Hamm. Dort setzte er sich für die Beschäftigten, für Bürgerinteressen, für nachhaltige Projekte ein und insbesondere gegen den Teilverkauf des Energieunternehmens.


Auch auf Landesebene übernahm Wolters Verantwortung für die Naturfreunde. Die Förderung von Kindern und Jugendlichen war ihm wichtig. Viele Jahre arbeitete er in der Landesleitung mit und setzte sich für die Unterstützung der Jugendverbandsarbeit ein.

„Es ist eine tolle Zeit gewesen. Ich möchte keinen Tag missen“, sagte Wolters, als er 2020 den Vorsitz an die nächste Generation, an Udo Gonsirowski, übergab.


Nun heißt es Abschied nehmen. Die Trauerfeier findet am Freitag, 11. September, um 11 Uhr in der Trauerhalle des Bestattungshauses Nettebrock, Am Hülsenbusch 35, statt. Die Urnenbeisetzung erfolgt zuvor im engsten Familienkreis.


Ruhe in Frieden, Karl-Heinz. 🕯️

Kommentare


bottom of page