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NaturFreunde Orstgruppe Hamm-Werries auch in 2020 aktiv

Hatten die NaturFreunde NRW auf Initiative der Ortsgruppe Hamm-Werries noch in 2019 die Durchgängigkeit der Lippe bei der Umweltministerin des Landes NRW zum Thema gemacht, kam dann Anfang des Jahres die Antwort aus Düsseldorf. Auch dort hat man die Problematik erkannt, bestätigt und Abhilfe als notwendig erachtet. Trotzdem heißt es aber immer wieder zu erinnern und ständig an die Unzulänglichkeiten zu erinnern. Allerdings wird zukünftig auch der Salzgehalt der Lippe, der auch mit der Einführung von Gruppenwasser zusammenhängt und die Bodensenkung durch den Bergbau in den Focus zu nehmen sein. Leider hat dies in der Vergangenheit nicht den großen Stellenwert gehabt. Heute stehen wir vor den Altlasten und fragen, wie man damit umzugehen hat, wer die Kosten trägt und ob überhaupt noch gegengesteuert werden kann.


Am 1. November 2019 ist das neue Projekt „ProInsekt“ der NaturFreunde NRW gestartet. Schwerpunkt ist das Thema Biodiversität am Beispiel der Insekten. Eine Vielzahl von Aktivitäten und Maßnahmen mit NaturFreundegruppen und interessierten Akteuren vor Ort ist geplant. Die Schwerpunkte liegen bei der insektenfreundlichen Gestaltung von Grünanlagen um die NaturFreundehäuser sowie auf der Erstellung von Bildungsangeboten. Natürlich sind auch die NaturFreunde Hamm-Werries dabei. Bei einem Ortstermin am 29.02.2020 in der Schutzhütte „Zum Eisernen Gustav“ konnte die Projektmitarbeiterin des Landesverbandes Bettina Bödefeld einige Empfehlungen geben. Sie ist Landschaftsökologin und gab zuvor einige einleitende Informationen. Auf dem Gelände der Ortsgruppe wird jedenfalls artenreiches Grünland in Gestalt von Wiesen- und Rainflächen entstehen. Das verwendete Saatgut setzt sich aus standortgerechten Arten zusammen. Entsprechendes Saatgut könne bis zu drei Jahre benötigen, bis es aufgeht bzw. sich eine stabile Grünlandgesellschaft entwickelt; diese Flächen werden später nicht spektakulär bunt aussehen, wie bei Aussaat vieler heute gängiger Saatmischungen, sondern eher dezent und geprägt durch heimische Arten wie Margerite und Flockenblume.

Die erste Nahrung für Insekten bieten im Jahr die Zwiebelgewächse wie Krokus und Blaustern, dann die früh blühenden Sträucher und die Obstbäume. Im weiteren Jahresverlauf folgen die vielen unterschiedlichen Stauden. Neben Totholzhecke und Tümpel finden sich auf dem Gelände der NaturFreunde bereits Baumbestände, Hecken und Rasenflächen, also doch einige Elemente, die den Raum für die Fauna als Lebensraum interessant machen. Die NaturFreunde wollen darauf hinwirken, weitere Kleinstrukuren in ihrem „Garten“ zu schaffen.

Für das Anlegen weiterer ökologisch wertvoller Flächen eignet sich das Gelände zwischen Schutzhütte und Geithewald, dass zurzeit landwirtschaftlich genutzt wird. Auch wenn eine Erweiterung von Waldgebiet scheinbar auf der Hand liege, ist hier eine Umwandlung des Geländes zu artenreichem Grünland mit Heckenstrukturen sinnvoller, da dies eine hohe Artenvielfalt aufweist und derzeit stark zurückgegangen ist.

Für die NaturFreunde Hamm-Werries ist dies ein Ansatz in die Diskussion mit der Stadt Hamm und dem Umweltamt zu kommen.




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