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Neue Spitze, neue Ausrichtung?

Naturfreunde Werries im Umbruch / Maxipark-Kooperation denkbar

WA 10.04.2026

Uentrop – Ein Wechsel bedeutet meist auch weitere Veränderungen. Bei den Hammer Naturfreunden der Ortsgruppe Hamm-Werries passiert nun etwas an der Spitze: Udo Gonsirowski tauscht seinen Platz als erster Vorsitzender mit Robert Biermann, der zuvor sein Stellvertreter war. Er übernimmt die Führung und möchte neue Schwerpunkte in dem Verband setzen. Auch eine Maxipark-Kooperation wäre denkbar.

Die Naturfreunde, politisch auch als „grüne Rote“ bezeichnet, sind ein Naturschutzverein mit sozialen Interessen. Als Umweltorganisation mit über 550 Ortsgruppen in Deutschland sind die Naturfreunde weltweit aktiv. Ziel der Organisation ist es, eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft zu schaffen. Die Ortsgruppe in Werries fokussiert sich dabei jeher stark auf den Ausbau und die Pflege des Naturschutzgebiets Geithe. Ansonsten werden Sport- und Gemeinschaftsangebote großgeschrieben.In den vergangenen Jahren hat sich die Ortsgruppe mehr als verdoppelt: Vom Tiefpunkt, bedingt durch den Bau der Schutzhütte „Zum Eisernen Gustav“, im Jahr 2019 mit 121 Mitgliedern zu einer heutigen Größe von 263 Mitgliedern.

2020 übernahm Udo Gonsirowski den Vorsitz von Karl-Heinz Wolters. Nun, sechs Jahre später, gibt er den Stab weiter an den 38-jährigen Robert Biermann – für eine jüngere Spitze. Biermann ist auch schon über zehn Jahre Mitglied und kennt die Naturfreunde in- und auswendig. Damit soll sich jetzt auch ein bisschen was an der Vereinsausrichtung ändern. „Wir drehen nicht alles auf links, aber die Schwerpunkte ändern sich etwas“, sagt Biermann. Er habe seine eigenen Themen, die ihm am Herzen liegen. Während Udo Gonsirowski viel mit dem Geländeumbau zu tun hatte und gemeinschaftliche, beispielsweise kulinarische Angebote aus dem Boden stampfte, möchte er sich mehr um die internationale Vernetzung kümmern. „Das Tschernobylprojekt war eine gute Basis. Unsere Organisation gibt´s rund um den Globus, ich möchte die internationale Vernetzung mehr nutzen“, sagt er.

„Ich bin knallharter Vogelkundler und sehr dem Naturschutz zugeneigt“, führt Biermann aus. Er möchte Exkursionen anbieten und gerade sein Spezialthema Vogelkunde darin wieder aufleben lassen. „Was gut läuft, behalten wir aber bei“, versichert Biermann. Die Angebote von Gonsirowski werden also nicht über Bord geworfen, dieser bleibt in stellvertretender Position auch aktiv.

„Es ist wichtig, dass wir uns um die Jugend kümmern“, meint Gonsirowski. Der Altersschnitt sei zwar durch die Mischung aus Kindern und älteren Menschen zufriedenstellend, aber die Mitte fehle. Gerade junge Familien und insbesondere Eltern seien eine wichtige Zielgruppe. „Bei denen fehlt dann aber oft die Zeit“, sagt Biermann. Das aktuelle Mitgliederziel liegt bei 300 – das gäbe mehr Planungssicherheit.

Mit dem Maxipark sprechen die Naturfreunde aktuell über eine neue Fotoausstellung im Glaselefanten; vielleicht auch in Verbindung mit einem Fotowettbewerb. Das könnte sich allerdings frühestens Ende 2027 ergeben.

Das Gartenkompetenzzentrum, das den Maxipark in Zukunft bereichern soll, wäre auch ein Aufhänger, an dem die Naturfreunde sich engagieren könnten. Auch wenn die Pläne noch alles andere als konkret sind, sagt Gonsirowski: „Wir könnten uns vorstellen, das eine oder andere Thema mit Vorträgen zu besetzen. Es wäre schön, dort als Nachbarn zusammenzuarbeiten.“

Für die Zukunft haben sich die Naturfreunde auch sonst einiges auf den Zettel geschrieben: Zwei Landesprojekte sind geplant: „Wissen.Wirken.Wandeln“ und „Wissen.Teilen.Gestalten“. Ersteres möchte vulnerable Gruppen ansprechen, mit ihnen arbeiten und sie bestenfalls als Mitglieder gewinnen. Das Projekt widmet sich den planetarischen Grenzen und dem Ressourcenschutz. Das zweite Projekt möchte mit Interessierten der Ortsgruppen und anderer Vereine daran arbeiten, Naturschutzthemen barrierearm an Menschen zu vermitteln, die zuvor wenig Zugang zur Naturschutzbildung hatten. Beide Projekte werden von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen sowie der NRW-Stiftung gefördert. Vertreter der NRW-Stiftung sagten der Ortsgruppe auch zu, eine neue Bestuhlung plus Tische für die Naturschutzhütte mit bis zu 8 500 Euro zu fördern.

Die Naturfreunde sind mit ihrer Untergruppe Kultur außerdem Träger der Hammer Kurzfilmnächte und beschäftigen sich mit deren Durchführung.

Ansonsten stehen aktuell Digitalisierungsarbeiten an, die die Ortsgruppe vorantreiben will. Die Buchhaltung soll digitalisiert werden und im Naturlehrpfad in der Geithe sollen hinter den QR-Codes noch Info-Texte hinterlegt werden. Auch bürokratische Aufgaben stehen an. LOUISA AHLERS

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